Wurzelkanalbehandlung

WURZELKANALBEHANDLUNG
Eine wichtige Maßnahme zur Erhaltung Ihrer Zähne.

Wurzelkanalbehandlungen werden oft bei einer Entzündung des Nervs durchgeführt.
Diese Maßnahme kann unter Umständen den Verlust des Zahnes verhindern.

Wann und warum ist eine Behandlung sinnvoll?

Dringen Kariesbakterien bis zum Zahnnerv vor, ruft das eine Entzündung hervor. Diese kann sich durch Kälte- bzw. Wärmeempfindlichkeit bemerkbar machen. Manchmal treten sogar Schmerzen auf. Aber so eine Entzündung kann auch durchaus beschwerdefrei verlaufen und dann nur bei einer Kontrolluntersuchung vom Zahnarzt festgestellt werden. Bleibt sie unentdeckt bzw. unbehandelt, geht die Zerstörung des Zahns durch die Bakterien unbemerkt weiter bis in den Kieferknochen. Im Kieferknochen angelangt, kann sich die Infektion weiter verbreiten und bis hin zu schmerzhaften Schwellungen im Gesicht führen.
Um solche Komplikationen zu vermeiden, führt man bei Bedarf eine Wurzelkanalbehandlung durch.

Alternativen:

Die einfachste Alternative zu einer Wurzelkanalbehandlung ist die Extraktion (das Ziehen) des betroffenen Zahnes. Auch eine Wurzelspitzenresektion kommt in Frage, dabei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff: Die erkrankten Wurzelspitzen werden entfernt. Bei mehrwurzeligen Zähnen bietet oft die Entfernung der entzündeten Wurzel eine Lösung. Die gesunden Wurzeln bleiben dann im Kieferknochen.
Auf diese Alternativen kann man aber auch noch nach dem Scheitern einer Wurzelkanalbehandlung zurückgreifen.

Kosten:

2004 wurden die Kassenrichtlinien zur Wurzelkanalbehandlung erheblich verschärft. Kosten einer Wurzelkanalbehandlung werden jetzt von den gesetzlichen Krankenkassen nur übernommen, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

• Die Aufbereitung und Füllung der Wurzelkanäle sollte ad apicem (bis an die Wurzelspitze) erfolgen.
• Die Wurzelkanalbehandlung an Molaren ist nur dann im Rahmen der kassenzahnärztlichen Versorgung möglich, wenn dadurch:

– der Erhalt einer ununterbrochenen Zahnreihe ermöglicht wird.
– eine einseitige Freiendsituation vermieden wird.
– der Erhalt eines bereits bestehenden, funktionstüchtigen Zahnersatzes ermöglicht wird.

Trifft nichts davon zu, kann nur die Entfernung des Zahnes von den Krankenkassen übernommen werden. Wünscht der gesetzlich versicherte Patient dennoch eine Wurzelkanalbehandlung, so muss er die Kosten dafür selbst übernehmen. Diese Kosten sollte man in jedem Einzelfall mit dem Umfang der Patientenzuzahlungen für die anschließende Prothetik vergleichen. Zu berücksichtigen ist auch die Frage, ob der Erhalt des eigenen Zahnes doch nicht in diesem individuellen Fall eine bessere Alternative zur Entfernung des Zahns wäre.

Eine Entscheidung PRO oder CONTRA zu treffen ist für einen zahnmedizinischen Laien nicht einfach: Als Patient sind Sie auf eine umfangreiche individuelle Beratung Ihres Zahnarztes angewiesen. Aber letztendlich ist es allein IHRE Entscheidung, ob wir eine Wurzelkanalbehandlung durchführen oder eine Extraktion mit anschließender Prothetikversorgung vornehmen.